Insights aus der Arbeitsgruppe „Regulations“ von Swiss FinTech Innovations (SFTI)

Die Arbeitsgruppe „Regulations“ von SFTI gewährt einen Einblick in ihr Tun. Die Arbeitsgruppe wird von Werner W. Wyss, Head Regulatory Affairs der Zürcher Kantonalbank, geleitet und gehört zu den ersten, welche SFTI gegründet hat. Im Gegensatz zu den anderen Arbeitsgruppen, welche meist einzelne grosse Projekte mit entsprechenden Meilensteinen und Resultaten verfolgen, begleitet die AG Regulations die Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen für FinTech, Digitalisierung und Innovation proaktiv mit. Als Grundlage für ihre strukturierte Arbeit hat die Arbeitsgruppe z.B. ein Regulierungsradar entwickelt, das periodisch die allgemeinen Trends und wichtige regulatorische Vorstösse zu Themen wie Fintech, Innovation und Grundlagen für digitale Geschäftsmodelle auf dem Finanzplatz Schweiz, in weiteren relevanten Ländern sowie seitens internationalen Standards setzenden Organisationen aufzeigt und Handlungsbedarf daraus ableitet. Zudem unterhält die Arbeitsgruppe ein Sessionsradar, welches periodisch aufzeigt, welche aus Sicht SFTI relevanten Vorstösse in der jeweils anstehenden Session von den eidgenössischen Räten behandelt werden. Zur Förderung der richtigen und Verhinderung unnötiger oder kontraproduktiver Regulierung hat die Arbeitsgruppe 10 Prinzipien zur richtigen Regulierung im Bereich FinTech entwickelt und erarbeitet entlang dieser Prinzipien konzeptionelle Ansätze und Vorschläge für deren Umsetzung. Ein Beispiel sind z.B. technische Lösungen, welche bei digitalen Geschäftsmodellen geeignet sind, die in der physischen Geschäftswelt etablierten Formvorschriften wie “Schriftlichkeit” zu ersetzen. Um solche Konzepte und Ideen durchzusetzen, koordiniert sich die Arbeitsgruppe soweit nötig SFTI-intern und mit anderen Kräften der Wirtschaft. Gestützt darauf nimmt die Arbeitsgruppe nicht nur an Vernehmlassungsverfahren teil, sondern bringt sich bereits vorgängig proaktiv direkt bei Behörden und Vertretern der Politik ein. Repräsentanten der Arbeitsgruppe werden in Zusammenhang mit wichtigen Vorstössen vermehrt auch als Experten beigezogen oder zu Hearings eingeladen, aktuell z.B. zur DLT-Gesetzgebung und sogar zu steuerrechtlichen Fragen.

 

Nachfolgend kommen zwei Mitglieder der Arbeitsgruppe „Regulations“ von SFTI zu Wort und erläutern den Wert dieser Arbeitsgruppe für sich persönlich: Weshalb arbeiten die beiden in dieser Arbeitsgruppe mit? Was interessiert und wie können sie selbst und ihre Arbeitgeber profitieren?

 

Zwei Mitglieder der Arbeitsgruppe „Regulations“ von SFTI berichten

Anne-Juliette Béguin

Anne-Juliette Béguin hat ein Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Lausanne und Zürich absolviert. Sie verfügt über ein Anwaltspatent und einem Doktorat in internationalem Wirtschaftsrecht. Parallel zu ihrer Arbeit als Legal & Policy Specialist bei der FINMA, unterrichtete sie sechs Jahre lang Datenschutzrecht an der Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL). Im September 2018 stiess sie zur Banque Cantonale Vaudoise, wo sie sich insbesondere mit Rechtsfragen in den Bereichen Digitalisierung und Datenschutz befasst.

Meine Teilnahme an der Arbeitsgruppe Regulation des SFTI ermöglicht es mir, auch über die Westschweiz hinaus, bereichernde und wertvolle Kontakte mit Rechtskollegen der Branche zu knüpfen.

Diese Plattform bietet neben der Möglichkeit, über die aktuellsten rechtlichen Fragen im Bereich Digitalisierung informiert zu bleiben, auch die Trends des Finanzmarktes zu verfolgen. Letzteres etwa via den Sessionsradar. Anlässlich unserer Sitzungen greifen wir so parlamentarische Vorstösse der laufenden Session auf, welche einen möglichen Bezug zur FinTech aufweisen.

Auch während meiner täglichen Arbeit bei der BCV kann es hilfreich sein, bestimmte Themen kurz mit einem meiner Kollegen der Arbeitsgruppe aufzunehmen. Sei es, um spezifische Informationen zu erhalten oder um Meinungen auszutauschen. Gewisse meiner Dossiers lassen sich so besser voranbringen.

Die Arbeitsgruppe wird von zwei sehr engagierten und kompetenten Co-Verantwortlichen geleitet, die eine aufgeschlossene Arbeitsatmosphäre schaffen.


 

Matthias Müller

Matthias Müller studierte in Zürich Rechtswissenschaften (lic.iur.), erwarb das Zürcher Anwaltspatent und absolvierte an der New York University ein Post-graduate Studium (LL.M.). Nach 7-jähriger Anwaltstätigkeit in zwei Züricher Wirtschaftskanzleien trat er im März 2007 in die damalige SWX Swiss Exchange ein, die später zur SIX fusioniert wurde. Seit Juli 2017 ist er stellvertretender Leiter des Rechtsdiensts der SIX.

Ich arbeite seit gut 13 Jahren im Konzernrechtsdienst der SIX und leite das Team Legal Payments, Innovation & Corporate, das für die rechtliche Betreuung der Geschäftsbereiche Banking Services und Innovation & Digital sowie der Zentralfunktionen (IT, HR, M&A, Finance, Corporate Communications, Procurement, Real Estate Management, etc.) zuständig ist.

Seit August 2018 bin ich Mitglied der Arbeitsgruppe Regulations des SFTI. In dieser Arbeitsgruppe interessiere ich mich vor allem für Innovationsthemen sowie die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen der Digitalisierung. Ich schätze die gemeinsame Diskussion von Entwicklungen, Trends und Initiativen rund um das Thema FinTech sowie die Analyse von entsprechenden Gesetzesvorlagen in der Schweiz und in Europa. Der persönliche und fachliche Austausch zeichnet sich durch ein hohes Mass an Fachwissen sowie eine offene Gesprächskultur aus, in der sich alle Mitglieder gemäss ihren Interessen und Bedürfnissen einbringen können.

Die Teilnahme an der Arbeitsgruppe ermöglicht es mir, Trends frühzeitig zu erkennen und rechtlich richtig einzuordnen, selbst wenn noch keine entsprechende Regulierung besteht. So bin ich stets auf dem neusten Stand der Diskussion rund um Innovationen in der Finanzbranche und kann entsprechende Themen auch innerhalb der SIX anstossen und weiter vorantreiben.

Die Arbeitsgruppe Regulations des SFTI bietet ihren Mitgliedern ein geeignetes Netzwerk, um schnell an wichtige Informationen zu kommen oder eigene Ideen platzieren zu können. Zudem können über den SFTI auch Positionen vertreten werden, die (noch) nicht zum Mainstream gehören. Dieses Netzwerk erweist sich auch für meinen Arbeitgeber als sehr wertvoll.

 

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